Mittwoch , 28 Juni 2017
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Babywasser oder Leitungswasser?

Immer öfter stoße ich im Geschäft auf „neue“ Lebensmittel für Kinder. Sei es spezielle Kindermilch für Kinder ab 12 Monate oder eben extra abgefülltes Babywasser. Vor einigen Jahren waren diese Produkte absolut noch nicht präsent und daher habe ich mich gefragt, ob so etwas wirklich Sinn macht.

Leitungswasser ist das bestkontrollierte Lebensmittel

Während meiner Recherche bin ich immer wieder auf die Aussage gestoßen, dass unser Leitungswasser das Lebensmittel ist, was am strengsten kontrolliert wird und nur ganz bestimmte Werte aufweisen darf. Somit können wir Erwachsenen es jederzeit unbedenklich nutzen und einfach trinken. Wer genau wissen möchte, was sich im Leitungswasser verbirgt, der kann die genauen Zusammensetzungen des örtlichen Trinkwassers kann ganz einfach über das zuständige Wasserwerk anfragen. Bei Säuglingen muss Leitungswasser innerhalb der erst 6 Lebensmonate immer etwa 5 Minuten abgekocht werden, um übrig gebliebene Keime und Bakterien abzutöten! Dies ist beim Babywasser erst einmal nicht notwendig, denn es ist zunächst keimfrei und frei von Nitrat und Mineralstoffen. Dennoch, ist die Flasche mit dem Babywasser erst einmal geöffnet, so muss sie innerhalb von 24 Stunden aufgebraucht, oder aber nach dieser Frist auch abgekocht werden. Nach dem vollendeten 6. Lebensmonat des Kindes weisen Ärzte daraufhin, dass das Leitungswasser nicht mehr zwingend keimfrei gemacht werden muss, da das Immunsystem des Kindes weit genug ausgebildet ist. Ab dem ersten Geburtstag wird hingegen davon abgeraten Babywasser oder abgekochtes Leitungswasser für die Herstellung von Babynahrung zu verwenden. Kinder müssen mit Bakterien in Kontakt kommen können, um ihre Abwehr zu trainieren und somit auch Allergien zu vermeiden.

Wann ist denn dann Babywasser sinnvoll?

Kommt nun nur noch die Frage auf, wieso sollte ich dann also teures Babywasser überhaupt nutzen? Die zuständigen Wasserwerke können nur die Qualität des Trinkwassers bis zum jeweiligen Haus sicherstellen. Handelt es jedoch um ein sehr altes Haus, das vielleicht noch über alte Bleirohre verfügt oder über einen Einzelbrunnen, kann die Wasserqualität extrem leiden. Im Zweifelsfall kann man das Trinkwasser von einem Fachmann überprüfen lassen und erhält so Gewissheit über die Qualität des eigenen Leitungswassers. Schwermetalle und bestimmte Mineralstoffe in großen Mengen, können durch das Abkochen des Leitungswasser leider nicht entfernt werden und sind für Kinder unter 6 Monaten in bestimmten Konzentrationen gesundheitsschädlich.

Vorsicht bei Mineralwasser!

Babywasser ist vergleichsweise teuer. Wer nun denkt, dass man es dann doch einfach durch normales Mineralwasser ersetzen kann, der sei gewarnt! Häufig enthält natürliches Mineralwasser viel zu viel Nitrat und Mineralstoffe und kann dem Kind somit gefährlich werden. Außerdem unterliegt das Mineralwasser weniger strengen Kotrollen als das Leitungswasser. Ist es dennoch ein Mineralwasser, das gekauft werden soll, muss auf die Aufschrift „Geeignet für die Zubereitung von Säuglingsnahrung“ geachtet werden. Achtung, dieses Wasser ist nicht frei von Keimen und Bakterien und muss daher auf jeden Fall abgekocht werden! In der Regel kann man sagen, dass 1 Liter Babywasser etwa so teuer sind wie 100 Liter Leitungswasser. Wenn sich also das eigene Leitungswasser einwandfrei und nicht durch Blei oder Kupfer belastet ist, steht der Verwendung des Trinkwassers aus dem Hahn nichts im Wege.