Mittwoch , 28 Juni 2017
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Belastungen werden von Kindern meist körperlich ausgedrückt

Ein sehr häufiges Leiden bei Kindern ist das Bauchweh. Aber nicht immer stecken dahinter auch wirklich ernsthafte Erkrankungen. Viel mehr spielt bei vielen Kindern die Psyche eine sehr große Rolle. Bei etwa 80 bis 90 Prozent der Kinder und Jugendlichen, die aufgrund von Bauchschmerzen zum Arzt gehen, können keine organischen Ursachen gefunden werden. Hier handelt es sich dann um die sogenannten funktionellen Beschwerden. Bestehen diese über einen längeren Zeitpunkt, so bezeichnet der Mediziner dies als somatoforme Störung. Besonders Kinder neigen dazu, Belastungen, egal welcher Art, körperlich auszudrücken. So treten Bauchschmerzen meist bei jüngeren Kindern auf. Jugendliche neigen hingegen verstärkt zu Kopfschmerzen.

Welche Belastungen führen zu körperlichen Beschwerden?

Es finden sich keine speziellen Ursachenketten. Sicher ist aber, dass schulische Probleme wie zum Beispiel – oder Unterforderung, Mobbing und Außenseiterstatus, familiäre Belastungen wie Streit oder Todesfälle dazu beitragen können, dass Kinder und Jugendliche sich körperlich nicht wohlfühlen. Von den Eltern werden Umzüge beispielsweise stark unterschätzt. Aber auch Trennungen oder das Bedürfnis nach Aufmerksamkeit können zu Schmerzen führen.

Wie können funktionelle Bauchschmerzen diagnostiziert werden?

Für die Diagnose sollte in jedem Fall ein Kinderarzt aufgesucht werden. Funktionelle Beschwerden äußern sich häufig durch chronische diffuse Schmerzen in der Nabelgegend. Vorwiegend treten die Schmerzen dann tagsüber auf und werden nicht von Fieber, starkem Durchfall, einer harten Bauchdecke oder starkem Erbrechen begleitet. Eine psychische Belastung kann sich auch durch Verdauungsbeschwerden, Völlegefühl oder Übelkeit zeigen.

Wie sollten die Bauchschmerzen behandelt werden?

Eltern sollen sich mit dem Gedanken anfreunden, dass auch eine psychosoziale Ursache dahintersteckt. Kinder mit funktionellen Bauchschmerzen sollten nicht von der Schule oder vom Sport befreit werden. Bestehen die Schmerzen über einen längeren Zeitraum und es ist keine medizinische Ursache zu finden, sollten Eltern mit dem Kind einen Spezialisten aufsuchen. Vielleicht ist es hilfreich, dass die Kinder dann psychotherapeutisch behandelt werden. Kinder, die unter somatoformen Störungen leiden, weisen auch noch andere Auffälligkeiten, wie Ängste, depressive Verstimmungen oder auch Selbstwertstörungen auf.