Mittwoch , 28 Juni 2017
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Der Kampf der Hebammen

Hebammen helfen Tausenden von Babys jedes Jahr auf die Welt und erleichtern ihnen den Start ins Leben. Der Berufsstand der Hebamme ist aber gefährdet.
Die Haftpflichtversicherungen der Hebammen haben die Prämien erhöht. Wird es nun bald keine freiberuflichen Hebammen mehr geben?

Diese Frage stellt sich zu Recht. Denn der durchschnittliche Verdienst einer freiberuflichen Hebamme beträgt 1.180 Euro im Monat. Das entspricht einem Stundenlohn von 7,50 Euro. Hebammen, die freiberuflich tätig sind, arbeiten 7 Tage die Woche und rund um die Uhr im Einsatz. 24 Stunden am Tag. Freiberufliche Hebammen arbeiten allein oder schließen sich mit andern freien Hebammen zusammen und arbeiten zum Beispiel in einem Geburtshaus.

Jede Frau, die schwanger ist, überlegt, wie und wo das Kind zur Welt kommen soll. Meist hilft in solch einer Situation ein Gespräch mit einer Hebamme. Diese zeigt einem Wege auf und wiegt mit der werdenden Mutter alle Vor- und Nachteile ab. Immer mehr Frauen in Deutschland entscheiden sich für eine Hausgeburt oder eine Geburt in einem Geburtshaus. Diese beiden alternativen Varianten, zur Klinikgeburt, sind nicht gefährlicher oder risikoreicher. Aber sie sind weitaus kostengünstiger! Und dennoch wurden in diesem Jahr die Versicherungsprämien für die freien Hebammen drastisch angehoben. Um genau zu sein auf fast 5.000 Euro im Jahr! 5.000 Euro, die eine Hebamme aufbringen muss, und das Jahr für Jahr. Aus diesem Grund haben viele freien Hebammen die Geburtshilfe aufgegeben, da sie es sich einfach nicht mehr leisten können. Um es besser verstehen zu können, schauen wir erst einmal auf die Leistungen, die eine Hebamme erbringt.

Um es kurz zusammenzufassen. Eine Hebamme übernimmt die Vorsorge, Geburt und die Nachsorge. Mit einer hingebungsvollen und lieben Art und Weise, sodass sich Mutter und Kind auch bei ihr wohl und geborgen fühlen.

Aber durch die Erhöhung der Prämien ist es vielen freien Hebammen bald nicht mehr möglich, ihren Beruf zu praktizieren. Eine Hausgeburt oder eine Geburt im Geburtshaus wird dann nur noch für gut verdienende Frauen, aufgrund der hohen Rufbereitschaft, möglich sein. Hebammen aus ganz Deutschland haben sich gegen die Erhöhung der Prämien engagiert. Eine Petition für den Bundestag wurde von Tausenden Unterstützern unterzeichnet.
Und so bleibt es nur zu hoffen, dass die Bundesregierung bald eine Lösung finden wird. Ansonsten gehören Geburtshaus- oder Hausgeburten bald der Vergangenheit an.