Mittwoch , 28 Juni 2017
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Die Pille danach – Top oder Flop?

Es war einmal… So fangen einige Geschichten an, die uns immer wieder zum Staunen bringen. Möglicherweise ja auch diese!

„Wenn nicht jetzt, dann gar nicht mehr.“

Wir hatten einen super schönen Tag auf den ein schöner gemütlicher Abend folgte. Jedoch nicht ganz ohne „Missgeschick“. Eigentlich war ja unsere Familienplanung längst abgeschlossen und daher wurde ich leicht hysterisch und hektisch als beim Nachrechnen herauskam, das nun die fruchtbaren Tage sein sollten. Was tun? Erst einmal führten mein Mann und ich ein ausführliches Gespräch. Wir waren uns beide sicher, wenn nicht jetzt, dann gar nicht mehr. Und wir entschieden uns für „gar nicht mehr“! Nun war guter Rat teuer…  Natürlich hatte ich schon öfter von der Notfalllösung „Pille danach“ gehört. Aber so 100%ig wusste ich darüber nicht Bescheid.  Da es eh schon relativ spät abends war und wir am nächsten Tag mit unseren Kindern in die Stadt fahren wollten, nahm ich mir vor einen Zwischenstopp im örtlichen Krankenhaus einzulegen. Der Plan an sich war  ja gar nicht schlecht. Voller Aufregung suchte ich mir alle Infos aus dem Internet zusammen und konnte nachher relativ beruhigt schlafen gehen.

Die Eckdaten zur Pille danach

Für alle, die wie ich nur schwammig über dieses Thema informiert sind, hier die wichtigsten Eckdaten: Bei der Pille danach handelt es sich nicht um eine „Abtreibungspille“. Ihre Wirkungsweise beginnt schon früher. Sie soll verhindern, dass das Ei befruchtet werden oder sich einnisten kann. Als generelle Verhütungsmethode eignet sich diese Pille nicht! Es gibt hierbei zwei verschiedene Wirkstoffe mit zwei verschiedenen Wirkungsdauern.

Levonorgestrel: Muss bis spätestens 72 Stunden ( drei Tage) nach dem Geschlechtsverkehr eingenommen werden. Hierbei spielt der Faktor Zeit bei der Wirksamkeit eine große Rolle! Je früher sie eingenommen wird, umso unwahrscheinlicher wird eine Schwangerschaft. Bei einer Einnahme innerhalb von 24 Stunden liegt die Chance auf eine Schwangerschaft bei 0,4%, bei einer Einnahme innerhalb von 48 Stunden bei 1,2% und innerhalb 72 Stunden bei 2,7%.

Ulipristal: Es muss innerhalb von 120 Stunden (fünf Tagen) nach dem Geschlechtsverkehr eingenommen werden; allerdings ist auch hier wie bei LNG die Sicherheit umso höher, je früher das Medikament nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr eingenommen wird.

Die Pille danach ist verschreibungspflichtig, was jedoch in der Politik momentan heftig diskutiert ist. Möglicherweise wird es die zukünftig auch ohne Rezept in den Apotheken geben. Man bekommt das Rezept beim Haus- oder Frauenarzt, oder aber auch beim ärztlichen Notdienst und in Krankenhäusern.  Häufig kann es durch die Einnahme zu starker Übelkeit und Kopf- sowie Unterleibsschmerzen kommen. Sollte die Pille innerhalb von 3 Stunden erbrochen werden, ist eine weitere Tablette notwendig!  Die Kosten werden für Jungendliche unter 18 Jahren von der Krankenkasse übernommen. Ab 18 bis 20 Jahren muss eine Rezeptgebühr entrichtet werden und ab 20 Jahren kostet das Levonorgestrel Präparat ca. 18 Euro und das Ulipristal Präparat etwa 35 Euro.

Mein Gefühl sagt mir, ich bin schwanger.

Wir sind morgens schon recht zeitig von zu Hause losgefahren in der Hoffnung nicht so lange im Krankenhaus warten zu müssen, denn jede Stunde zählt. Der Plan ging auf! Unglaubliche 20 Minuten später hielt ich das Rezept, welches mich ein ordentliche Standpauke des Arztes gekostet hatte, in den Händen. Da es Samstagmorgen war mussten wir noch nicht einmal eine Notfallapotheke suchen. Keine 12 Stunden nach unserem Missgeschick konnte ich die Tablette schon einnehmen und der Tag war für mich gerettet, obwohl ich wirklich mit heftigen Übelkeitsattacken zu kämpfen hatte.

Zwei Wochen nach der Einnahme der Pille hatte ich mit Sodbrennen zu kämpfen, was ich so gar nicht von mir kenne. Das kam mit absolut spanisch vor… Ein Blick auf den Kalender verriet mir, dass ich den Tag vorher meine Periode hätte bekommen sollen. Naja, das kann sich ja schon mal verschieben. Auch das Internet gab mir mal wieder recht. Dort war immer mal wieder zu lesen, dass bei manchen Frauen die Periode bis zu einem halben Jahr ausgeblieben war durch die Einnahme der „Hormonbombe“.

Zwei Tage später jedoch wachte ich mit dem Gefühl auf, dass ich schwanger bin und es einen Jungen gibt. Woher die Gewissheit kam? So genau weiß ich es nicht. Vielleicht ja Intuition… Ich erzählte meinem Mann davon und dieser tat das ganze erst mal als Hysterie ab. Er musste sich aber eines Besseren belehren lassen als ich am nächsten Tag mit einem positiven Schwangerschaftstest vor ihm stand. Wow, fast wie ein Sechser im Lotto! Meine Intuition hatte mich also nicht getrogen. Ob es aber ein Junge wird, wird sich aber erst in ein paar Wochen zeigen. Vielleicht kann es ja jemand nachempfinden, wenn ich sage, dass von Freude im ersten Moment nichts zu spüren war. Es war eher eine Art Hilflosigkeit und Sorge, ob es finanziell zu stemmen sei. Die Babysachen sind längst verkauft und auch das Auto bietet nicht genug Platz für fünf Leute. Meine Frauenärztin bestätigte mir die Frühschwangerschaft nochmals und teilte mir auch mit, dass es durchaus vorkommen kann, dass die Pille danach versagt. Nichts ist 100%ig! Was für ein Trost….

Nach reiflicher Überlegung halten wir uns nun an das Motto: „Wo zwei satt werden, werden auch drei satt“ und freuen uns mittlerweile doch.

Am Anfang haben wir es Unfall genannt. Nun sind wir der Ansicht, dass es eben so sein sollte und nennen es jetzt Schicksal!

Wenn Ihr ähnliche Geschichten erlebt habt, freue ich mich über eure Kommentare oder Geschichten. Schreibt uns doch einfach!