Donnerstag , 30 März 2017
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Die Frühschwangerschaft

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Die Frühschwangerschaft ist eine Zeit voller Gefühlschaos und neuen Empfindungen. Vielleicht wächst die Familie weiter, oder man erwartet voller Spannung das erste Baby. Eines haben wir werdenden Mütter alle gemeinsam: Die Unsicherheit im ersten Trimester der Schwangerschaft. Die gefürchteten 12 Wochen. Dabei ist doch gerade erst die Phase des Kinderwunsch und dem damit verbundenen „Stress“ vorbei.

Was ist die Frühschwangerschaft und wie erkenne ich eigentlich, dass ich schwanger bin?

Jede Schwangerschaft wird in drei Abschnitte (Trimenon) gegliedert. Die ersten 12 Wochen (1. Trimester) werden hierbei als Frühschwangerschaft bezeichnet. Es handelt sich  um den Zeitraum, die bei den meisten als die „kritische Phase“ bekannt ist. Während des 1. Trimesters der Schwangerschaft ist die Gefahr eine Fehlgeburt zu erleiden am Höchsten. Daher warten die meisten werdenden Eltern erst einmal diesen Zeitraum ab, bevor sie ihren Familien von dem bevorstehenden Nachwuchs erzählen. Den Tipp können wir Euch auch ans Herz legen – freut Euch für Euch – erzählt es den engsten Verwandten (Eltern, Brüder, Schwestern), aber lasst Eure Freunde noch außen vor. Der erste Meilenstein ist geschafft.

Nur, wie erkenne ich eigentlich, ob ich überhaupt schwanger bin?
Natürlich gibt es viele kleine Anzeichen, die darauf hindeuten, dass man schwanger sein könnte, wie z.B.:  Das Spannen der Brüste und Berührungsempfindlichkeit, die morgendliche oder abendliche Übelkeit und natürlich das Ausbleiben der Menstruation. Bitte geratet noch nicht in Panik – eine Schwangerschaft ist jedoch nicht auszuschließen All das können nämlich Anzeichen sein, müssen es aber nicht. Schließlich können auch Hormonschwankungen, Stress und unsere Psyche uns einen Streich spielen. Das richtige Verhalten wäre daher die Durchführung eines Schwangerschaft Tests. Ob man sich hierfür einen Schwangerschaftstest in der Apotheke oder Drogerie besorgt, oder den Frauenarzt um einen Bluttest bittet, bleibt dabei jeder Frau selbst überlassen. Nur auf das Ergebnis kommt es an! Ist der Test positiv muss natürlich schnellst möglich ein Gynäkologe hinzugezogen werden. Er untersucht Mutter und Kind und sorgt dafür, dass die Schwangerschaft mit möglichst wenigen Komplikationen verläuft.

Der Verlauf: In Rekordzeit vom Zellhaufen zum Daumenlutscher

Der Körper einer Frau macht im 1. Trimester der frühen Schwangerschaft extreme, und teilweise unangenehme, Veränderungen durch. Alles ist auf die Bedürfnisse des Kindes und der Geburt eingestellt. Manche Frauen sind sehr reizbar und voller Sorge um ihr ungeborenes Baby. Dies geht sogar teilweise so weit, dass man sich fragt, ob das mit dem Kind solch eine gute Idee war. Keine Angst, es war eine gute Idee! Nach wie vor! Haltet einfach durch! Beschwerden sind innerhalb der ersten 12 Wochen der Schwangerschaft vollkommen normal, müssen aber auch nicht jeden treffen. Diese verschwinden meist im 2. Trimester. Unten aufgeführt sind die häufigsten Symptome während der Frühschwangerschaft:

Häufige Symptome der Frühschwangerschaft:

  • Übelkeit während der Schwangerschaft
  • Spannungsgefühl in Brust
  • Heißhungerattacken
  • Extreme Müdigkeit und Kreislaufprobleme
  • Haare und Nägel wachsen schneller
  • Zahnfleischbluten durch bessere Durchblutung
  • Hormonbedingter Haarausfall
  • Sodbrennen in der Schwangerschaft
  • Vermehrter Harndrang durch größer werdende Gebärmutter
  • Blähungen
  • Vermehrter Vaginalausfluss
  • Gemütsschwankungen

Die Wochen der Frühschwangerschaft sind ein besonders wichtiger Entwicklungszeitraum für das Baby. Es durchläuft in dieser Zeit im Rekordtempo alle wichtigen Entwicklungsstufen bis zur Geburt. Nach der Verschmelzung von Eizelle und Spermium entsteht der sogenannte Keimling und schon nach ungefähr 30 Stunden sind innerhalb der Zellblase zwei Zellen entstanden. Am zweiten Tag besteht der Keimling schon aus 4 und am dritten Tag bereits aus 8 Zellen. Ist das Ei im Uterus angekommen, bildet sich aus einem Teil der gebildeten Zellmasse die Plazenta, oder auch Mutterkuchen, die den Embryo die nächsten Wochen ernähren wird. Die Plazenta dient außerdem dazu das Schwangerschaftshormon HCG zu bilden, das den Eierstöcken  und Gehirn mitteilt, „Hallo, wir sind mitten in der Schwangerschaft“. Erst in der vierten Woche nistet sich der Embryo in der Gebärmutter ein, und ab der fünften Woche können Herzaktivitäten nachgewiesen werden. Für werdende Eltern eine wahnsinnig aufregende Zeit. Kaum vorstellbar ist, dass sich bereits ab der 10 Woche der Fötus fast vollständig geformt hat. Ein richtig kleiner Mensch ist zu erkennen. Am Ende der Frühschwangerschaft, in der 12. SSW, haben sich alle Organe entwickelt und Finger und Zehen sind erkennbar. Das Herz des Babys schlägt nun bis zu 160 mal in der Minute und mit ganz viel Glück kann man seinem Baby während der Ultraschalluntersuchung beim Daumenlutschen zusehen. Viele Eltern entspannen sich sichtlich ab der 12. Woche, denn das Risiko von Fehlgeburten sinkt enorm.

Ein Schock für jede Schwangere, Blutungen im 1. Trimester

Es kann durchaus vorkommen, dass während der Frühschwangerschaft Blutungen auftreten. Verständlicherweise löst dies im ersten Moment Panik bei der Frau aus. Bleibt jetzt ganz ruhig! Jeder kann nachvollziehen, dass man hierbei Angst bekommt und natürlich der Gedanke an eine Fehlgeburt aufkommt. Blutungen in der Frühschwangerschaft sind jedoch nichts Ungewöhnliches und meist harmlos. Dennoch sollten Sie auf Nummer sicher gehen und einen Frauenarzt oder eine Hebamme zu Rate ziehen.

Häufige Ursachen für Blutungen während der Frühschwangerschaft sind:

  • Hormonschwankungen
  • Einnistungsblutungen (tritt ca. 7-10 Tage nach Eisprung auf)
  • Scheideninfektion oder Infektion des Gebärmutterhalses
  • Zysten
  • Gereizte oder verletzte Schleimhaut oder Kontaktblutungen (durch Geschlechtsverkehr oder Untersuchung des Muttermundes beim Frauenarzt)
  • Stress
  • Angst vor der Geburt
  • Blutungen zum Zeitpunkt der normalen Periode
  • Blasenentzündung
  • Hämorrhoiden während der Schwangerschaft

Sollten zu den Blutungen auch noch Schmerzen oder Krämpfe hinzukommen, sollten sie jedoch unverzüglich zu Ihrem Arzt oder in Krankenhaus fahren. Schmerzen können hierbei eventuell auf die Ablösung der Plazenta, eine Eileiterschwangerschaft oder eine Fehlgeburt hindeuten. In diesem Fall, wird der Arzt sofort eine umfangreiche Ultraschalluntersuchung durchführen und/oder eine Messung des beta-HCG Wertes anordnen. Durch diesen Wert kann der Arzt genaue Schlüsse über den Verlauf der Schwangerschaft ziehen.  Sollte nach ausgiebigen Untersuchungen keine eindeutige Ursache feststellbar sein, so werden Mutter und Kind durch die Hebamme oder den Arzt engmaschig beobachtet werden.

 

Abschließen wünschen wir Euch aber eine wunderbare und einfache Schwangerschaft, ohne Komplikationen und mit einer wundervollen Geburt – ganz gleich ob auf natürliche Weise oder per Kaiserschnitt. Haltet einfach die Zeit durch und genießt die tollen Dinge in Eurem Ausnahmezustand. Und nicht vergessen! Immer auf Eure Gesundheit achten! Die Ernährung spielt eine entscheidende Rolle im Schwangerschaftsverlauf.