Mittwoch , 28 Juni 2017
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Geht´s denn schon los?

Jede Schwangere stellt sich, nach bekannt werden der Schwangerschaft, immer wieder die Frage, wie es wohl sein wird, wenn die Wehen einsetzen werden. Wie stark sind die Schmerzen? Oder könnte man die Wehen auch einfach verschlafen? Dabei gibt es zu beachten, dass es verschiedene Wehenarten gibt. Für jede Schwangere ist es wichtig, diese unterscheiden zu können, um nicht unnötig in den Geburtsstress zu verfallen.

Was ist eigentlich eine Wehe?

Zuerst einmal sollte jedoch die Definition der Wehe erklärt werden. Als eine Wehe wird das mehr oder weniger schmerzhafte Zusammenziehen oder Kontraktion der Gebärmuttermuskulatur bezeichnet. Die Wehen unterscheiden sich jeweils nach – oder Geburtsphase in ihrer Stärke, Dauer und Intervallen. Keine Schwangere wird in der 40. Schwangerschaftswoche ihre Gebärmutterkontraktionen oder Wehen nicht bemerken. Jedoch sind hier verschiedene Wehen zu unterscheiden. Dazu gehören die in Übungswehen, Senkwehen und Vorwehen. Diese sind nicht so schmerzhaft, wie die Geburtswehen und ähneln eher den Regelschmerzen. Die ersten Wehen können aber der 6. Woche eintreten. Diese werden von den Frauen aber nicht wahrgenommen. Mit Hilfe dieser Wehen kann die Plazenta gut durchblutet werden. Aber auch die Gebärmutter wird durchblutet und auf diese Weise schon für die Geburt trainiert.

Die verschiedenen Wehenarten

Ab der 20. Schwangerschaftswoche werden die ersten Wehen spürbar. Diese werden auch als Übungswehen bezeichnet. Schmerzen treten in diesem Fall nicht auf. Schwangere bemerken aber meist, dass der Bauch hart wird. Diese Wehen können regelmäßig alle paar Stunden oder mehrmals in der Stunde eintreten. Stress kann diese Wehen verstärken. Dennoch sind diese Wehen harmlos. Bei Schmerzen kann die Einnahme von Magnesium helfen. Man sollte aber beachten, dass ein Arzt aufzusuchen ist, wenn die Übungswehe länger als 1 Minute dauert und mindestens 4-mal in der Stunde auftritt und mit Schmerzen verbunden ist. In diesen Fällen wird meist ein Wehenhemmer verschrieben. Auf diese Weise kann eine frühzeitige Geburt verhindert werden.
Ab der 36. Woche kann es dann zu den sogenannten Senkwehen kommen. Diese Wehen sind deutlicher und auch intensiver. Mit Hilfe der Senkwehen wird das Baby dazu gebracht, sich in Richtung Muttermund in das Becken zu senken. Das Senken des Bauches der Schwangeren wird auch sichtbar.

Nun wird es ernst…

Von den Vorwehen spricht man, wenn sich die Muskeln 30 bis 60 Sekunden lang zusammenziehen. Dies kann öfters am Tag passieren. Auch hier wird der Bauch der Schwangeren meist hart. Manchmal kann ein Wehenförderungsmittel gegeben werden. Hierbei handelt es sich um ein Gel oder einen Wehentropf. In dieser Zeit entscheidet sich das Baby dann entweder zur Welt zu kommen oder eben nicht. Werden die Abstände der Wehen kürzer und die Wehen auch intensiver, sind dies gute Zeichen, dass sich Baby auf den Weg macht. Dann lassen auch die Eröffnungswehen nicht lange auf sich warten. Denn diese leiten die Geburt ein. Eröffnungswehen sind regelmäßige und immer wiederkehrend. Durch die Eröffnungswehen wird der Muttermund bis zu den erforderlichen 10 Zentimetern geöffnet. Dann setzen auch die Austreibungswehen ein. Hierbei handelt es sich um Presswehen. Nach der kompletten Öffnung des Muttermundes setzen zeitnah die Presswehen ein. Das sind auch die stärksten Wehen in der gesamten Schwangerschaft. Mit diesen Wehen wird die Gebärmutter- und Bauchmuskulatur aktiviert und das Baby kann in Millimeterschritten in den Geburtskanal gepresst werden. Wichtig ist, dass Presswehen veratmet werden. Sonst kann es zu Verletzungen in Darm- und Scheidenbereich kommen.
Ist das Baby auf der Welt, setzen noch die Nachgeburtswehen ein. Mit diesen wird die Plazenta ausgestoßen. Dieser Prozess kann 30 bis 60 Minuten nach der Geburt stattfinden. Die letzten Wehen einer Schwangerschaft sind die Nachwehen. Diese setzen 2 bis 3 Tage nach der Geburt im Wochenbett ein. Mit diesen werden die Rückbildung der Gebärmutter und die Stoppung der Blutung veranlasst. Nach jedem geborenen Kind werden die Nachwehen stärker. Auch stillende Mütter haben meist stärkere Nachwehen.