Donnerstag , 27 April 2017
Startseite » Still Tipps » Stillprobleme einfach und schnell lösen …

Stillprobleme einfach und schnell lösen …

Endlich ist man mit dem Baby zu Hause. Man freut sich auf gemütliche Stunden mit der ganzen Familie und hofft, dass es nicht all zu stressig wird. Auf viel Ruhe darf man sich in den ersten Wochen nicht einstellen. Die Probleme fangen in der Regel schon beim Stillen an. Diese lassen sich aber schnell beheben, man muss nur wissen wie.

Problem: Zu wenig Milch

Wenn das Baby beim Stillen unruhig wird und unzufrieden wirkt, liegt das meistens daran, dass es noch Hunger hat. Das Kind macht in dieser Zeit wahrscheinlich einen Entwicklungsschub durch. Kinder trinken in diesen Phasen gerne mehr, als die Mutter zu bieten hat.

Lösung. Die Milchproduktion lässt sich anregen, in dem man das Baby häufig anlegt. Dies sollte man auch in der Nacht tun. Nach einigen Tagen produziert die Brust automatisch mehr Milch und das Kind kann sich endlich satt trinken. In Drogeriemärkten werden oft Milchbildungstees angeboten. Von solchen Produkten ist abzuraten, weil diese die Milchbildung sogar einschränken können.

Problem: Milchstau

Milchstau macht sich dadurch bemerkbar, dass die Brust ziemlich spannt und hart wird. An manchen Stellen ist sie auch ziemlich schmerzhaft. Kann die Milch nicht abfließen, vermehren sich die Bakterien und die Mutter bekommt häufig Fieber. Schuld daran sind meistens die Entwicklungsphasen des Kindes. Schläft das Baby plötzlich länger und mehr, verändert sich dadurch auch der Still-Rhythmus. Auch zu enge Büstenhalter können einen Stau verursachen.

Lösung: Unbedingt dafür Sorgen, dass die Milch abfließt. Ignoriert man das Problem, kann sich der Entzündungsherd nicht mehr lösen und die Probleme werden noch schlimmer. Wenn die Brust schon so schmerzt, dass man das Baby gar nicht mehr anlegen kann, am besten die Brust erwärmen und danach abpumpen. Wenn die Brust bereits gerötete Stellen aufweist, am besten mit Quarkwickel behandeln, das löst die Schmerzen und den Stau langsam auf.

Ist Ihre Brust durch den starken Milcheinschuss schwer und geschwollen, zögern Sie nicht, sich einen gut sitzenden Still-BH zu kaufen, durch den Ihre Brust mehr Halt bekommt. Lassen Sie sich bezüglich der Größe beraten; ein zu kleiner Still-BH vergrößert die bestehende Problematik. Wärme weitet die Gefäße, die Milch kann besser fließen. Vor dem Stillen gönnen Sie also Ihren Brüsten warme Umschläge, wenn die Zeit dafür vorhanden ist – die wenigsten Babys trinken nach Plan. Eine kreisende Massage der Brust sorgt ebenfalls für einen besseren Milchfluss. Nach dem Stillen haben die meisten Mütter etwas Ruhe und Zeit für sich; das Baby schläft nun selig mit gefülltem Bauch. Sind Ihre Brüste heiß und geschwollen, können Sie jetzt kühle Umschläge oder Quarkwickel anwenden. Ist der Milchstrahl zu stark und stört das Baby beim gleichmäßigen Trinken, streichen Sie die Brust vor dem Anlegen ein paar Mal aus. Der größte Druck wird so in den meisten Fällen genommen. Auf keinen Fall sollten Sie bei zu starker Milchbildung die überschüssige Milch abpumpen. Das Gehirn bekommt sonst das Signal: „Hier hat jemand großen Hunger! Ich muss noch mehr Milch produzieren!“ Das Gegenteil von dem passiert, was Sie eigentlich erreichen wollten.

Problem: Wunde Brustwarzen

Wunde Brustwarzen sind direkt nach der Geburt ganz normal. Die Haut wird stark beansprucht und muss sich erst an die neue Situation gewöhnen. Schmerzen sind zu Anfang ganz normal, dürfen aber nicht unerträglich sein. Nach ein paar Wochen sollte sich das alles eingespielt haben. Treten immer noch Schmerzen auf, liegt es oft an der Stillposition. Wird diese nicht oft genug verändert, ist eine Brust immer belastet und kann sich nicht regenerieren.

Lösung: Wer den Heilungsprozess beschleunigen möchte, tropft etwas Muttermilch an die wunde Stelle und lässt es eintrocknen. Hier haben wir das Thema etwas umfangreicher beschrieben: Wenn die Brust schmerzt

Problem: Die Trinkzeiten sind zu unregelmäßig

Neugeborene trinken zu Anfang viel mehr und die Trinkabstände sind um einiges kürzer. Das liegt daran, weil der Magen des Babys noch sehr klein ist und nicht soviel Nahrung, aufnehmen kann. Wird das Baby größer, werden sich auch die Stillabstände vergrößern. Trinkt das Baby ungewöhnlich mehr als sonst, liegt das zumeist an einem Entwicklungsschub, der alle paar Wochen eintritt. Manche Kinder wiederum sind so abgelenkt, dass sie auch mit längeren Abständen gut zurechtkommen.

Lösung: Schreit das Baby nie, wenn es Hunger hat, ist es wichtig, auf andere Anzeichen zu achten. Die meisten Babys deuten Saugbewegungen an oder spielen nervös mit Ihrer Hand am eigenen Mund herum. Auch geben sie unruhige Seufzer von sich. Neugeborene darf man ohne Bedenken bis zu 12 x in 24 Stunden stillen. Babys bekommen keine Bauchschmerzen, wenn sich noch unverdaute Milch im Magen befindet. Man darf also stillen, wann und wie man es für richtig hält. Nach spätestens ein paar Wochen hat sich das Stillen sowieso eingependelt und man weiß sofort, wann das Kind Hunger hat und wann nicht.

 

Problem: Wenn das Kind spuckt …

Spucken ist bei Babys am Anfang ganz normal. Die Ursache liegt meistens beim Magenpförtner. Wenn sich dieser nicht richtig schließt, trinken die Kinder zu viel. Im nachhinein spucken sie es dann wieder aus. Solange das Baby weiterhin zunimmt und wächst, ist alles Ok. Wenn dem nicht so ist, sollte man unbedingt einen Termin beim Kinderarzt ausmachen.

Lösung: Nach jeder Brust sollte man das Baby aufstoßen lassen. Dabei darf man das Kind nicht zu viel bewegen. Genau das fördert nämlich das Spucken. Spucken kann man auch dadurch vermeiden, in dem das Baby etwas höher als der eigene Körper liegt. Wenn die Brust zu viel Milch auf einmal abgibt, immer wieder mal pausieren, das Kind ausspucken lassen und weiter stillen.

Problem: Stress

Stress ist für stillende Mütter ein K.O. Kriterium. Viele sagen sogar, dass sich dieser Stress durch das Stillen auf das Kind überträgt. Kann gut sein, denn Kinder spüren wenn die Eltern oder die Mutter im Stress ist und reagieren ebenso gestresst. Sobald man in eine Stresssituation gerät, kommt man ins Zweifeln. Das Kind schreit und sofort denkt man, es wird nicht satt – die Muttermilch reicht nicht aus.
Ihr solltet den Stress dringend loswerden und Euch eine Wohlfühl-Atmosphäre schaffen. Hat man nach wie vor das Gefühl, dass das Kind nicht satt wird sollte man vor dem Zufüttern nicht zurückschrecken. Man ist nicht gleich eine schlechte Mutter, wenn das mit dem stillen nicht klappt. Die Hauptsache ist, dass es Mutter & Kind gut geht! Es gibt Nahrungsmittel, die den Milchfluss auf natürliche Art und Weise anregen sollen. Malzbier z.B. soll den Milchfluss fördern. Eine gute Beratung bietet hier eine Hebamme. Hebammen haben alle Tipps und Tricks rund um das Stillen auf Lager und stehen gerne mit Rat und Tat zur Seite.

Entwicklungsschübe

Hat das Kind einen Entwicklungsschub, braucht es meist mehr Milch. Diese Zeiten können sehr anstrengend sein und die Brustwarzen reizen. Die Babys wollen am liebsten den ganzen Tag an Mamas Brust liegen, doch Du bekommst nur beim Gedanken daran schon eine Gänsehaut. Die Brustwarzen schmerzen und sind oftmals sogar blutig oder eitrig. Sobald Ihr ein Spannungsgefühl bemerkt, solltet Ihr die Brustwarzen mit Wollfett einreiben. Im schlimmsten Fall helfen Stillhütchen. Auch hier ist die Hebamme die erste Anlaufstelle. Sie hat garantiert das richtige Hausmittelchen parat.

Der letze Ausweg – Abstillen

Entzündete, wunde Brustwarzen oder auch Dauerstillen (aufgrund abgeschwächten Milchflusses) führen oft dazu, dass Frauen nicht mehr weiter Stillen möchten oder können. Hierfür solltet Ihr Euch definitiv NICHT schämen. Sprecht mir eurer Hebamme über das Abstillen und die Flaschennahrung. Sie wird euch Tipps zum Abstillen ohne Medikament geben, denn so erspart Ihr Euch die Nebenwirkungen der chemischen Keule. Stillen ist eine Komplexe Sache und einfach nicht für jede Frau das Richtige! Ja, auch wir kennen die Problematik mit dem “Umfeld” – wie wir schon geschrieben haben, schämt Euch nicht und seid selbstbewusst! Reagiert nicht auf Kritik! Es zählt nur EURE Meinung und Gesundheit.  Die Hauptsache ist, dass es Dir und Deinem Kind gut geht. Alles andere ist Nebensache! Und mit der richtigen Beratung durch Hebammen oder Stillberaterinnen wird Euer Baby auch satt und bleibt gesund!

 

Stillen ist die beste Ernährung für Neugeborene. Keine Frage! Doch was ist, wenn man sich gegen das Stillen entscheidet, nicht stillen kann oder es einfach nicht möchte? Ist man deswegen eine schlechtere Mutter? Nein! Viele Frauen nehmen sich fest vor zu stillen, doch oft klappt dieses Vorhaben nicht ganz so optimal. Das Stillen klappt nur dann optimal, wenn Mutter & Kind im Einklang miteinander stehen und der stress keine Überhand nimmt.

Bildquelle: © evgenyatamanenko – Fotolia.com