Mittwoch , 28 Juni 2017
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Was bedeutet Isofix eigentlich?

Bei Isofix handelt es sich um ein einfach zu bedienendes und dennoch absolut sicheres Befestigungssystem, das dank einer einfachen Technik mittels genormter Verankerungspunkte Einbaufehler verhindert und so die Schutzwirkung optimiert

Laut dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. GDV sind nur etwa 30 Prozent aller Kindersitze, die im Auto mit normalen Fahrzeuggurten abgesichert werden, richtig eingebaut – bei Verwendung des Isofix-Systems sind es hingegen 96 Prozent. Bei Isofix handelt es sich um ein einfach zu bedienendes und dennoch absolut sicheres Befestigungssystem, das dank einer einfachen Technik mittels genormter Verankerungspunkte Einbaufehler verhindert und so die Schutzwirkung optimiert. Es entsteht eine starre Verbindung zwischen Karosserie und Kindersitz, was dessen Verrutschen oder gar Umkippen verhindert. Der Kindersitz kann mithilfe von Isofix schnell ein- und auch ausgebaut werden und reduziert dank seiner Ausstattung mit einem Stützbein und/oder Tether auch sämtliche Rotations- und Kippbewegungen und verleiht dem Sitz hohe Stabilität.

 

Erkennunsmerkmale, ob Ihr Auto Isofix besitzt

Bei den Isofix-Systemen unterscheidet man zwischen der Version mit universeller und der mit fahrzeugspezifischer Zulassung – bei letzterer muss geprüft werden, ob der betreffende Sitz für das jeweilige Auto zugelassen ist. Es existieren hierfür Listen verschiedenster Hersteller, anhand welcher festzustellen ist, welche Fahrzeugtypen mit welchen Sitzen und dazugehörigen Isofix-Systemen kombiniert werden können. Fragen Sie einfach bei Ihren Fahrzeughändler oder beim Hersteller des Sitzes nach diesen Listen.Die Norm ISO 13216, nach der die Isofix-Halterung benannt wurde, ist erstmalig im Jahr 1990 von der International Organization for Standardization standardisiert und für die Gruppen 0, 0+ und 1 freigegeben worden. Fünf Jahre später kündigte der Automobilhersteller Ford an, seine Fahrzeuge künftig ab Werk mit Isofix-Halterungen auszustatten. Im Oktober 1995 erhielt das System dann seine Zulassung durch FIA und die Europäische Kommission, nach dem Jahr 2000 wurde es nahezu bei allen Kindersitz- und Fahrzeugherstellern eingeführt.

…optische Kontrolle wenn das V Tether System mit Isofix+ richtig gespannt ist…

 

Das Isofix-System besteht auf der Seite des Fahrzeuges aus zwei Haltebügeln mit einer Dicke von sechs Millimetern, welche sich in einem Abstand von 28 Zentimetern im Zwischenraum von Sitz- und Lehnenfläche befinden. In dieser Befestigung wird der Kindersitz verhakt. An diesem sind hierfür, zumindest in Europa, ausschließlich starre Bügel, die auch Rastarme genannt werden, erlaubt, die mittels Klickfunktion in die Haltebügel greifen. Zusätzlich zu dieser Befestigung an den Haltebügeln muss bei der universellen Zulassung, also bei dem System, das in jedem Fahrzeug angebracht werden kann, eine zweite Art der Fixierung erfolgen, damit eine unerwünschte Drehung des Kindersitzes um die Haltebügel verhindert werden kann.

 

Für diese zweite Befestigung dienen verschiedene Systeme:

  • Stützfuß/Support Leg – stützt den Kindersitz gegen den Wagenboden ab, muss allerdings direkt auf  dem Bodenblech des Fahrzeugs aufstehen, um effektiven Schutz zu bieten – dieses System wird auch als Isofix-Base bezeichnet.
  • Oberer Haltegurt/Top Tether – zusätzliches Gurtband, welches über die Lehne des Kindersitzes geführt wird, das man danach an einem weiteren Bügel am Fahrzeug befestigt und danach spannt – dieses System nennt man auch Isofix+.
  • Unterer Haltegurt/Low Tether – Gurtbänder, die den Kindersitz Richtung Boden abspannen. Diese werden zumeist nur bei rückwärts gerichteten Systemen und daher eher selten verwendet.

Stützfuß beim Cybex Sirona

Isofix-Kindersitze haben den großen Vorteil, dass sie einfach zu bedienen sind, das heißt, das Risiko, diese falsch zu befestigen und damit die Sicherheit des Babys zu gefährden, ist sehr gering. Während es bei der Verwendung von konventionellen Gurten aufgrund falscher Führung der Haltebänder häufig zu Unfällen und Verletzungen kommt, wird durch die starre Verbindung mit der Karosserie beim Isofix-System das Nachgeben des Gurtes auf das nötige Minimum beschränkt und daher ein Aufprall des Kindes bei einem Unfall verhindert. Die feste Verankerung hält den Sitz außerdem bei jeder Art von Manöver des Fahrzeugs fix auf seinem Platz. Aus diesem Grund gehen Isofix-Halterungen gegenüber anderen Gurthalterungen, angewendet bei identischen Sitzen, beim Crash-Test stets als Gewinner hervor und werden daher von Unfallforschern wie auch von Verkehrssicherheitsexperten empfohlen. Die feste Verankerung ist außerdem auch praktisch beim Mitführen des leeren Kindersitzes im Fahrzeug, da er sich auch ohne „Inhalt“ nicht lösen kann. Manche Isofix-Kindersitze können auch mit einem konventionellen Gurt befestigt werden, sollte sich beispielsweise in einem fremden Auto keine entsprechende Isofix-Vorrichtung befinden.Die Nachteile von Isofix-Kindersitzen sind rasch aufgezählt: Sie lassen sich im Fahrzeug meist nur auf den äußeren Plätzen befestigen, obwohl die Mittelposition aus Sicherheitsgründen eigentlich vorzuziehen ist, und sind horizontal meist nicht zu verschieben, was eine Montage von drei Kindersitzen auf der Rückbank kaum möglich macht. Weiters können die scharfkantigen Verschlüsse und die tief liegenden Haltebügel, da oft keine montagefreundliche Öffnungen für die Isofix Haltebügel vorhanden sind, Risse in den Sitzbezügen verursachen. Darüber hinaus sind Kindersitze mit Isofix-System meist etwas teurer als andere Befestigungsvarianten.

Isofix Systeme im Auto sind meist an den Sitzen gekennzeichnet – hier ein Beispiel von einem Renault Sitz:

Bildquelle: www.renault.ch

Mittlerweile kommen bereits fast alle neuen Autos mit entsprechenden Haltebügeln für das Isofix-System auf dem Rücksitz, teilweise auch auf dem Beifahrersitz, auf den Markt. Allerdings haben viele Isofix-Kindersitze noch keine universelle Zulassung, das heißt, dass diese nur in spezielle Fahrzeugmodelle mit der entsprechenden Halterung inklusive dem dritten Verankerungspunkt eingebaut werden dürfen – dies ist in der Fahrzeugbedienungsanleitung unter dem Stichwort „Kindersicherung“ ersichtlich. Ein Nachrüsten ist nicht möglich. Allerdings wird an den Freigaben der Modelle laufend gearbeitet, was die Möglichkeiten einer universellen Verwendung ständig erweitert. Die entsprechenden Listen, die immer aktuell gehalten werden, sind beispielsweise im Internet zu finden. Isofix-Kindersitze dürfen aber in jedem Fall mit ihrer konventionellen Befestigung durch Gurte in alle Autos eingebaut werden.
Eine Nachrüstung mit Top Tether ist nur bei einigen Kindersitz-Modellen möglich. Ob ein Stützfuß zur Fixierung verwendet werden kann, ist vom Fahrzeugmodell abhängig – dieses müsste in diesem Fall über ein Staufach im Fußraum verfügen. Überprüft werden kann diese Möglichkeit anhand der Fahrzeugfreigabeliste von Isofix-Kindersitzen.

Wenn es um den Schutz der Kinder geht, sollte man beim Kauf eines Kindersitzes und dessen Befestigung im Auto auf höchste Sicherheit achten. Nur etwa 30 Prozent der mit herkömmlichen Gurten fixierten Sitze sind richtig eingebaut und daher gefährlich für das Baby. Mit dem Isofix-System, das einfach zu bedienen und nach dem Einbau mittels genormter Verankerungspunkte starr mit der Fahrzeugkarosserie verbunden ist, kann der Sitz optimal fixiert werden – für eine zusätzliche Befestigung und Absicherung dienen Stützfuß, High- oder Low Tether, welche Rotations- und Kippbewegungen verhindern. Mit dem Isofix-System ist der Nachwuchs im Auto also optimal geschützt.
Mittlerweile sind beinahe alle neuen Autos mit entsprechenden Haltebügeln für das Isofix-System ausgerüstet. Außerdem wird laufend daran gearbeitet, mehr universelle Modelle zu produzieren, die auch später noch in jedes beliebige Fahrzeug eingebaut werden können.

 

Das V Tether System Isofix+ am Beispiel des Römer Trifix